Es war ein unglaubliches Fest: An die 1000 Menschen, 80 Workshops, eine riesige Halle mit Workshop-Räumen, 38 Grad im Schatten – und trotzdem eine ganzes Gelände voller Energie….

Zwei Jahre hatten die Vorbereitungen gedauert. Zum ersten Mal haben sich neun Organisationen aus ganz Deutschland verbündet, um all jenen eine Stimme zu geben, die gemeinschaftliches Wohnen, Bauen und Wirtschaften Realität werden lassen. Es war ein Abenteuer und ein Erfolg, der all unsere Erwartungen übertroffen hat!

Und das nicht nur bei der Intensität des Austausches. Denn, was wir auch kaum zu hoffen gewagt hatten: Unser (durch Abspringen eines Stuttgarter Förderers) bedingte kurzfristige Unterfinanzierung konnte dank der großartigen Spendenbereitschaft der Teilnehmenden ausgeglichen werden: Digital und in der Spendenbox an Cash kamen zusammen über  7000 Euro zusammen. Ein bisschen blieb sogar übrig – vielleicht ein Grundstock für das nächste Mal?

Die Stimmung auf dem Gelände des Kunstvereins Wagenhalle e.V. war einzigartig. Zwischen kreativen Ateliers und luftigen Schattenplätzen lag ein Vibe in der Luft, der Fachwissen mit echter Herzlichkeit verbunden hat. Ob bei tiefgründigen Diskussionen, in den Workshops, beim Schnack am Foodtruck oder beim ausgelassenen, inklusiven Tanzen am Freitagabend: Überall war spürbar, dass hier Menschen mit denselben Werten an einem Strang ziehen. Aber auch direkt aus der Stadt und der Region waren viele da. Das zeigte sich vor allem bei den Exkursionen, bei denen auch Menschen dabei waren, die sich nicht zum Kongress angemeldet hattet.

Die lokale Politik aus Stuttgart hatte sich ja leider ziemlich zurückgehalten mit einer wirklichen Unterstützung – aber spontan kam der neue Amtschef aus dem württembergischen Bauministerium, Daniel Hager-Mann, vorbei und überzeugte sich von der politischen wie wirtschaftliche Wirkmacht unserer Bewegung. Wir werden ihn weiter auf dem Laufenden halten.

Unser politisches Podium unter dem Titel „Gemeinwohl statt Rendite“ war stark besetzt. Hier könnt Ihr es in der Aufzeichnung nachsehen, https://www.zusammenleben.jetzt/positionen/

Es lohnt sich, dieses Video anzusehen. Denn klar wurde in der Diskussion: Wir Gemeinwohlorientierten sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Dabei geht es schon längst nicht mehr um „Wohlfühl-Argumente“, weil Zusammenleben einfach mehr Spaß macht, sondern um nachweisbare wirtschaftspolitische Fakten.

Unsere zahllosen Projekte, Ideenwerkstätten und Gemeinschaften wirken in die Gesellschaft hinein, sie festigen lokale Strukturen, stärken die Demokratie. Kurz: All Business is local und wo überall die KI einspringt, kann echte Gemeinschaft eben nicht durch eine Maschine ersetzt werden.

Wie brachte es Moderatorin und Netzwerk-Immovielien-Mitgründerin Frauke Burgdorff auf den Punkt: „Auch wenn uns der Begriff vielleicht nicht leicht über die Lippen geht: Wir sind im Grunde Investoren. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass bei uns am Ende kein Profit steht, sondern ein Gewinn im eigentlichen Sinne.“ Und Andreas Hofer, Intendant und Geschäftsführer der IBA’27 Stuttgart – die Kooperationspartnerin des Festivals war – beschrieb die Atmosphäre vor Ort so: „Bei all dem Gejammer, das uns jeden Tag umgibt: eine andere Welt ist möglich, sie ist realistisch und sehr viele Menschen warten auf Angebote, sind bereit sich zu engagieren.

Es macht Mut zu sehen, wie lebendig Solidarität, Demokratie und Zusammenhalt im Alltag und im Ehrenamt gefeiert werden. Die Gemeinschaftserfahrung gibt uns massiven Rückenwind. Denn: Das Festival war großartig, fantastisch und vor allem anderem ein Anfang. Ab jetzt werden wir lauter und stärker werden!

 

Unsere politischen Forderungen findet Ihr hier noch mal gesammelt im Festival-Positionspapier: https://zusammenleben.jetzt/positionen/

Zum Live-Stream-Mitschnitt des Fachtags-Vormittags: https://www.youtube.com/watch?v=8lw_R97eeTI&t=4s

©_Daniela_Buchholz

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Fotos © Daniela Buchholz